"Interessengemeinschaft Hunsrückbahn - so nicht"
So nicht
ist eine gute Aussage:

Deshalb ein paar Richtigstellungen!

Am 06 Juni 2008 gründete sich in Windesheim eine Interessengemeinschaft Hunsrückbahn so nicht.
Hier nun der Zeitungsbereicht hierzu:
www.main-rheiner.de

Die Aussagen in einigen Punkten hier aufgeführt:
Lärm und Staus durch Bahn und geschlossene Schranken
Nachtruhe in Windesheim vorbei.
Schall und Lärm durch die Lage im Guldenbachtal
Alle Bürger seien betroffen.
350 Zugfahrten in einer Woche
Weiter Punkte wurden am 15.08. bei einem Ortstermin vorgestellt:*
Untertunnelung von Windesheim
Anmerkung Webmaster: Wer schonmal über einem U-Bahntunnel z.B. in Berlin übernachtet hat, wird sich wundern welche Geräusche dort zu hören sind.
Weitere Probleme werden das Grundwasser und die Erdarbeiten (Schäden an Häusern) sein. Hier wurde auch nicht weiter wie bis zum Tellerrand geschaut.
Die IG hat eine Fahrzeugzählung an der Kreuzung in Windesheim vorgenommen:
Innerhalb 14h passierten 6300 Autos die Kreuzung. Macht 300 Autos pro Stunde im Durchschnitt. In Hochzeiten seihen es sogar 200 Fahrzeuge gewesen????????
Ich hab mal nachgerechnet: 6300 : 14 = 450   Also 450 Autos pro Stunde.
Hier wird sich nichtmal die Mühe gemacht richtig zu rechnen. Die Zahl von 6300 Autos muss sehr angezweifelt werden.
Bei einem Besuch vor Ort im August konnte ich so eine Fahrzeugdichte nicht erkennen. Um die 100 Fahrzeuge dürften realistisch sein, wobei ein großer Teil der Fahrzeuge den Übergang nicht überquert sondern die Kreuzung in andere Richtungen nutzt!
Der CDU Kreisvorsitzende Franz-Josef Diel gab den Gegnern auch noch neue Nahrung:
"Das Frachtaufkommen steigt in den nächsten Jahren am Flughafen Frankfurt und wird verstärkt über FfmHahn abgewickelt.
Es wird zusätzlichen Güterverkehr geben. Es existieren Pläne, die Strecke weiter bis nach Trier zu führen. Die Hunsrückbahn wird zur Durchgangsstrecke!"
Anmerkung Webmaster: Leider hat sich Herr Franz-Josef Diel nicht umfassend Vorbereitet: Bis zum heutigen Tag wird keine Tonne Fracht am Frankfurter Flughafen IRGENDWOHIN per Bahn transportiert.
Zu diesem Thema habe ich einen eigenen Beitrag eingestellt.
Thema Durchgangsstrecke: Auch hier war Herr Diel schlecht vorbereitet:  Die Hunsrückbahn ist eine untergeordnete eingleisige Bahnstrecke, die für eine Geschwindigkeit von 60 bzw 50km/h gebaut wurde. Im Bereich Morbach sind Zuglasten von 400Tonnen bei 400 Meter Zuglänge zugelassen. (Am Rhein und Mosel 3000Tonnen bis 700 Meter Zuglänge)
Des Weiteren ist die Strecke zwischen Hermeskeil und Trier bereits abgebaut und als Fahrradweg nutzbar gemacht. Es besteht noch eine Verbindung ins Saarland über Türkismühle. Aber auch hier sind erhebliche Umwege zu fahren. Saarbrücken und Trier verfügen beide über eigene Frachtflughäfen in unmittelbarer Nähe. Derzeit versucht ein Verein die Strecke im Bereich Büchenbeuren - Hermeskeil zu erhalten. Hierbei ist das Ziel Touristikverkehr und einen bescheidenen Holzverkehr zu betreiben. (Bis zu 3 Güterzüge in der Woche)

  • Und im August wurden die Forderungen noch weiter HOCHGESCHRAUBT.
    Der Gemeinderat beschloss am 07.08.2008 folgenden Forderungskatalog
  • ein Nachtfahrverbot für Züge von 21.00 bis 6.00 Uhr
  • Lärm und Staubschutz
  • ein Güterverkehrsverbot
  • der Einsatz von "Flüsterzügen"
  • eine Einigung mit den Grundstückseigentümern
  • Ersatzwege für geschlossene Bahnübergänge
  • ein neuer Bahnübergang vor Windesheim mit Anbindung an die L236
  • die Ableitung des Durchgangsverkehrs aus dem Ortskern
  • die Optimierung der Zug-Folge um langen Staus an den Bahnübergängen zu verhindern
  • ein weiterer Haltepunkt zwischen Windesheim und Guldental
  • ein Radweg entlang der Bahn
    Anmerkung vom Webmaster: Ich glaube die Gemeinde Windesheim wäre gut beraten, wenn der Gemeinderat sich eine fachliche Beratung leistet.
    Solche utopischen Forderungen zeugen von fachlicher Inkompetenz.
    Oder soll hier jemand Erpresst werden?
Lärm und Staus durch Bahn und geschlossene Schranken:

Hier wird oft von langen Schließzeiten berichtet. Richtig ist ein Wert bis zu 4 Minuten.
Anzunehmen ist aber ein Wert weit unter 4 Minuten.  (siehe Link)
Mitglieder der Interessengemeinschaft gehen wohl noch von den Zeiten vor 1984 aus.
Damals wurden die Schranken örtlich von einem Schrankenwärter geschlossen, der den Schließvorgang aus Sicherheitsgründen vor der Abfahrt der Züge in Schweppenhausen bzw Heddesheim (Guldental) beendet haben musste.  

http://rzv113.rz.tu-bs.de/Forschung/projekte/saferail/einschaltstrecken/index.htm
http://www.sicherungstechnik-bahn.de/download/Aufbau_Workshop_2/Kropf.pdf
Einen Eindruck der neuen Schließzeiten einer modernen Anlage vermittelt der Besuch einer vergleichbaren Schrankenanlage:
Hier empfehle ich den Bahnübergang zwischen Gensingen und Ockenheim an der B41.
Hier sind Geschwindigkeiten bis 160km/h zugelassen!

Derzeit wird die Hauptstraße im Bereich des Bahnüberganges hauptsächlich als Dauerparkplatz genutzt. Durch diese Verengung kommt es immer wieder zu kleinen Stau´s.
Hier entsteht Lärm und Umweltschmutz durch anfahrende Pkw´s und Lkw`s.
Am 15.08. habe ich 16 Minuten das Aufkommen am Bahnübergang (10:00 bis 10:15 Uhr) gezählt. Ganze 10 Pkw und 2 Lkw haben den Übergang befahren.
Gehen wir von einer 3fachen Anzahl Pkw/Lkw´s in der Stunde 7 aus, würden sich ca 9 Fahrzeuge bei einem Schließvorgang (4 Minuten) der Schranke zum stehen kommen.

Ein Hintergedanke könnte jedoch sein, dass die Dauerparkplätze zum Teil entfallen, wenn die Bahn kommt. (Parkverbot vor Bahnübergängen)
Gastwirtschaft und Geschäfte fürchten hier wohl einen Kundenschwund.
(Bilder beachten wie hier im Gefahrenbereich der Bahnübergänge geparkt wird)

Nachtruhe in Windesheim vorbei.
Schall und Lärm durch die Lage im Guldenbachtal

Da ich schon oft in Windesheim übernachtet habe, muss ich mich bei diesem Argument doch sehr wundern.
Die Lärmbelästigung durch die Umgehungsstraße ist durch ihre Bauweise (Damm und Talbrücke) Rund um die Uhr gegeben. Besonders der Übergang auf und von der Brücke ist durch ein ständiges Klacken zu hören. Hier gibt es kein Nachtfahrverbot, auch nicht für Lkw´s.
Wer behauptet, das höre er in der Nacht nicht, der muss sich fragen lassen, wieso er den Zug hören wird.
Derzeit wird der Zugverkehr in einem Zeitraum zwischen 6:00 und 24:00  Uhr geplant.
In einem Leserbrief im August werden die übertriebenen Daten der IG "Hunsrückbahn- So nicht e.V." nochmals aufgeführt:
Darin fordert die IG Entschädigungen für die Grundstückseigentümer entlang der Bahn.
Gut lässt sich da das Hauptinteresse der IG erkennen. Möglichst viel Geld herausschlagen, was WIR als Steuerzahler aufbringen müssen.
Im Raum Westerwald sind die Immobilenpreise seit Eröffnung der Verbindungen nach Köln und Frankfurt um ein VIELFACHES gestiegen!

 Das Thema Güterzüge habe ich in einer eigenen Rubrik aufgeführt. Hier möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass es überhaupt keine Frachtmengen gibt, die einen Güterverkehr im Großen rentabel erscheinen lassen! Und jeder Güterzug entlastet unsere Umwelt und unsere Autobahnen in erheblichem Umfang!

Alle Bürger seien betroffen.

Gut, wenn ich was erreichen will, muss ich möglichst viele Bürger hinter mich bringen.
Tatsache ist aber, dass die neuen Triebwagen den Lärm eines Straßenbusses verursachen. Bürger der Waldstrasse, wann habt ihr das letzte Mal den Güterzug gehört. Bitte beachten: Das Pfeifen der Züge wird es nicht mehr geben.
Ein weitere Aspekt dürfte die Steigerung des Bekanntheitsgrades unserer Heimat werden. Jeden Tag werden um die 2000 Reisenden unsere Gegend live erleben. Was ist die Hauptbeschäftigung eines Reisenden in einem Zug? Die Landschaft betrachten! Da es sich bei den Reisenden nicht um Pendler handelt, sondern immer wieder um neue Gäste, wird die Bahn den Tourismus fördern.
Der nächste Schritt: Windesheim bekommt einen Schienenanschluss und mit ein wenig "Politischem Druck" kann es einen Haltepunkt geben. Übernachtungen würden zunehmen weil nicht jeder Flug am Nachmittag startet. (Hotelpreise auf dem Hahn und Frankfurt sind auf einem hohen Niveau) Die Straßenbusse nach Bad Kreuznach könnten entfallen, weil der Zug hält. Es ist belegt, dass ein Bahnanschluss den Wert einer Immobilie erhöht. Bitte beachten Sie meinen Vorschlag für ein Betriebskonzept Regionalbahn in einer eigenen Rubrik .
 
350 Zugfahrten in einer Woche

Ein wunderschönes Zahlenspiel. Teilen wir die 350 Zugfahrten durch 7 ergibt das eine Zugzahl von 50 pro Tag.
Richtig ist, dass es einen Stundentakt geben soll. Ergibt bei 18 Stunden Fahrbetrieb eine Zugzahl von 36 pro Tag, 18 je Richtung.
In der Woche  252 Zugbewegungen + ggf 8 Kalkgüterzüge. Unwissenheit oder absichtliche Übertreibung????
Hat eine "Interessengemeinschaft Hunsrückbahn - so nicht" so was nötig????

Aufgefallen ist mir bei der Zusammensetzung des Vorstandes (9 Mitglieder) das:
2 Ehepaare vertreten sind.
bei 4 Mitgliedern die Umgehungsstraße genauso nahe liegt wie die Bahntrasse. (bei 6 Mitglieder konnte ich die Straße ermitteln)
bei den 6 Vorständlern (wo die Straße bekannt ist) keiner unmittelbar am Bahndamm wohnt!

Bahnübergang in Windesheim: Bild 1 Blick in Richtung Guldental  Bild 2 Blick in Richtung Ortsmitte
Bild 3 Blick in Richtung Ortsausgang  Bild 4 Nochmals Blick zum Ortsausgang mit Bahnübergang und Kreuzung
 
Bild 5 Blickrichtung Schweppenhausen und zum Bahnhof Windesheim. Im Vordergrund Bahnübergang Nr2 Bild 6 Blick aus der Anliegerstraße auf den Bahnübergang.
Bild 7
Blick in die Anliegerstraße   
 
Bilder 8 bis 10 Bereich des ehm Bahnhofes Windesheim. Vorhanden sind gute Zugänge für einen Bahnsteig.
Alte Bahnsteige sind noch vorhanden und diese müssen nur Reaktiviert werden. (Baurechtlich)